Köln
Dieser auch heute noch bedeutende Ort bekam bereits in der Römerzeit das Stadtrecht verliehen.
In den 80er Jahren des 13. Jahrhunderts war Köln bereits eine bedeutende Handels- und Handwerksstadt. Die Schwerpunkte lagen auf Metallwaren und Glasherstellung, was unter anderem zum Titel "Zentrum des Kunsthandwerks" beitrug. Hinzu kam die günstige Verkehrslage am Rhein und die Lage direkt am Anfang der Kölner Bucht. Die Stadt wurde 313 zum Bistum erklärt, 785 zum Erzbistum. Die Stadt war somit somit um ein Vielfaches größer und bedeutender als das ca. 50 km entfernte Düsseldorf.
Seit Erzbischof Anno II. (1056-1075) rückte die Kölner Kirche immer mehr in die Stellung der Pfalzgrafen und wurde so eine regionale Ordnungskraft. Das Erzbistum sicherte so den Frieden in einer Zeit in der die Regionen Mitteleuropas von Adelsfehden erschüttert wurden (Reichsfrieden). Diese Aufgabe konnte nicht nur mit Worten und Appellen gelöst werden, dazu verschaffte sich das Erzbistum eine beträchtliche, kriegsgeübte Dienstmannschaft (Ministerialität), die einer Vielzahl edelfreier Herren zugeordnet wurde, die durch das Lehenswesen mit dem Kölner Erzbischof als Vasallen verbunden waren.
Der ursprüngliche Unterschied zwischen weltlichen und kirchlichen Fürsten ebnete sich ein. Seit Stauferzeit (l. Stauferkönig Konrad III. von 1138 - 1152) wurde das Verhältnis des Königs zu den Reichsfürsten als Lehnswesen beschrieben. Der Ordnung des Lehnswesens nach war der König der oberste Lehnsherr. Das gleiche galt für den Kölner Erzbischof gegenüber den ihm untergebenen Fürsten. Dieses führte zu Auseinandersetzungen zwischen geistlicher und weltlicher Macht.
Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, also bis zum Ende des Hochmittelalters, ist die Herzogsgewalt der Kölner Erzbischöfe die stärkste ordnungstiftende Gewalt im Rheinland gewesen, nach Westen und Süden hin in ihrer Intensität abnehmend, aber auch dort konkurrenzlos.
Zum rheinischen Dukat der Erzbischöfe war 1180 noch der westfälische dazugekommen.
Wie wir herausfanden hatte der Erzbischof von Köln keine direkte weltliche Macht über die Stadt, obwohl er von den Bewohnern Steuern fordern konnte. Diese Steuern waren unglaublich hoch. Außerdem wollte der Erzbischof ständig Köln in seinen Machtbereich aufnehmen, da er die Ansicht vertrat, daß im Rheinland alles der Kirche gehörte; diese Situation war im Mittelalter nichts außergewöhnliches, da die Kirche und die jeweiligen Landesherren und Fürsten oft im Streit über Besitzansprüche weltlicher Güter und Jurisdiktionen lagen. Hinzu kam, daß er zwar zu den Gottesdiensten städtischen Boden betreten mußte, ohne Gewalt über diesen zu haben. Somit war der Kirchenfürst ein Fürst ohne direkte Macht über seine Untertanen, die katholischen Kölner.
Somit versuchte er 1288 mit Gewalt diesen vermeintlichen Anspruch für sich und die Kirche geltend zu machen. Nun fürchteten die Kölner nicht nur eine nun sehr wahrscheinliche Beschneidung ihrer Stadtrechte, sie sahen auch ihre Zukunft als reichsfreie Stadt in Gefahr. An dieser Stelle setzte der Protest ein: Da sie ihre Lebensweise und ihre Grundrechte nicht an den Erzbischof abtreten wollten, verbündeten sie sich mit den Brabantern. Diese kämpften mit ihren Verbündeten nun gegen den Erzbischof. Zu den Verbündeten gehörten jetzt auch die Düsseldorfer unter Graf Adolf von Berg, der sich auch gegen den Erzbischof von Köln wandte.