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Ein Ausflug voll Empathie

Datum:
24. Jan. 2023
Von:
Daniela Palesch, Benita Gatermann, Victoria Schneider & Greta Keller

Am 21. Oktober 2022 waren wir, 15 Schüler der 8e des St.-Ursula-Gymnasiums in Düsseldorf, bei der Tageseinrichtung Shelter für Wohnungslose. Wir besuchten diese Einrichtung anlässlich des Ursula-Tages in den beiden dem Thema „Nachhaltigkeit“ gewidmeten Unterrichtsstunden. Zuvor hatten wir an der Schule durch die Talentaktion Geld gesammelt, von dem Geschenke für die Wohnungslosen gekauft wurden. Diese haben wir ihnen dann auch später gegeben.

Wir haben uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe ist mit zwei Mitarbeitern zu einer Unterführung im Hofgarten gegangen, um ein soziales Experiment zu machen. Zwei von uns haben sich nacheinander mit einem Becher vor sich stehend auf ein Stück Pappe gesetzt. Das Ziel war es zu sehen, ob uns die vorbeigehenden Leute etwas geben und uns in die Lage eines Wohnungslosen zu versetzen. Dort saßen wir nun jeweils für ungefähr fünf Minuten, doch leider kamen nicht viele vorbei, trotzdem war das Ergebnis für uns erschreckend: Niemand hat uns beachtet oder ganz davon zu schweigen überhaupt etwas gegeben. Im Nachhinein hat uns das sehr traurig und nachdenklich gemacht. Es sind sogar ein paar Tränen geflossen. Oft denkt man gar nicht so wirklich darüber nach, wenn man an einem Wohnungslosen vorbei geht, wie sehr sie auch nur ganz wenig Geld gebrauchen könnten. Denn wie wir in dem folgenden Gespräch mit der Leitung erfahren haben, kaufen die meisten gar nicht Drogen oder Alkohol, wie viele denken. 

Die zweite Gruppe, die zuerst das Gespräch mit der Leiterin, Frau Orlova, geführt hatte, ging nun in den Hofgarten, um das Experiment zu machen. Frau Orlova hat der ersten Gruppe dann erst einmal erzählt, was das Shelter den Wohnungslosen anbietet und wie es sich finanziert. Finanziert wird die Tageseinrichtung für Wohnungslose von der Stadt Düsseldorf, allerdings wird nicht nur Geld, sondern auch Essen benötigt.  Auch bei Essensspenden von Restaurants muss man auf das Alter und die Verpackung achten.                                    Im Shelter können Wohnungslose duschen, essen und sie bekommen einen freien Zugang zum Internet. Die Hauptgründe für Wohnungslosigkeit sind, wie wir erfahren haben, Depressionen und Subsistenzabhängigkeit, weshalb Beratung ein großer Teil der Angebote für Wohnungslose ist. Das Shelter hat viele Mitarbeiter für die Beratung, die unterschiedliche Sprachen sprechen. Man kann dort auch an weitere Hilfen vermittelt werden. Zum Ende des Gespräches haben wir noch darüber gesprochen, was die Mitarbeiter tun, wenn es eine Prügelei gibt oder sich Nachbarn beschweren. 

Ganz zum Schluss unseres Besuches haben wir alle, also beide Gruppen, den Wohnungslosen die von dem Geld der Talentaktion bezahlten Geschenke überreicht. Ihre Reaktion zu sehen hat uns sehr glücklich und emotional gemacht. Es war schön zu sehen, wie die Gäste der Tageseinrichtung sich gefreut haben und dankbar waren. Als wir nach draußen gegangen sind und alle Geschenke verteilt hatten, hat uns ein Wohnungsloser noch erzählt, wie schlecht Drogen sind und, dass wir niemals anfangen sollten sie zu nehmen.

Diese Worte und generell der ganze Tag waren sehr bewegend für uns alle. Uns wurde noch einmal ins Gedächtnis gerufen, wie wichtig es ist, sich in andere hineinzuversetzen und sich nicht vorschnell ein Bild über andere zu machen. Denn man sollte öfter darüber nachdenken, wie man sich selbst in der Situation seines Gegenübers fühlen würde. Die meisten von uns denken heute noch oft über diese Lebenslektion nach und geben den Menschen auf der Straße beim Vorbeigehen oft auch etwas Kleingeld. Denn wenn uns die Gespräche, Kontakte und Experimente eines gezeigt haben, dann ist es empathischer gegenüber seinen Mitmenschen zu sein.