„Schabbat – Sonntag – Ruhetag“: Begegnung mit dem Judentum in Raum 907

Schülerinnen und Schüler mit Kippa
Schülerinnen und Schüler mit Kippa
Datum:
5. März 2019
Von:
Cornelia Bülte

Warum dürfen strenggläubige Juden am Sabbat auch nicht mit dem Elektroauto fahren? Ist es dann den ganzen Tag lang dunkel im Haus, weil auch das Betätigen des Lichtschalters Arbeit bedeuten würde? Diese und viele weitere Fragen stellten Schüler/innen einer siebten und zweier neunten Klassen dem Referenten des Vereins „Kulturelle Begegnungen“, Herrn Ari Rosen aus Jerusalem, der in unsere Schule gekommen war, um über wichtige Aspekte des Judentums zu informieren und mit Vorurteilen aufzuräumen.
Was wie ein ganz gewöhnlicher Vortrag mit Redemanuskript am Stehpult begann, entpuppte sich wenig später als eine sehr lebendige und anschauliche Präsentation. Herr Rosen erklärte nämlich nicht nur die theologischen Hintergründe des jüdischen Sabbatgebots und dessen Bedeutung für das Verständnis des christlichen Sonntags. Er erzählte auch sehr anschaulich vom Ablauf der Sabbatfeier, wobei er die jeweils zum Einsatz kommenden Kultgegenstände erläuterte und sie anschließend zum buchstäblichen „Be-greifen“ durch die Reihen der Schüler/innen wandern ließ. Überraschend war, dass er zwischendurch auch ein typisches Sabbatlied anstimmte und alle zum Mitsingen aufforderte! Nach anfänglichem Zögern ließen sich aber hörbar viele Zuhörer zum Wiederholen des hebräischen Refrains ermutigen. Das Anlegen der jüdischen Gebetskleidung mit den Tefillin, den Gebetsriemen, und dem Tallit, dem Gebetsmantel, welches Herr Rosen vor aller Augen und begleitet von ausführlichen Erläuterungen demonstrierte, bildete einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung.
Zum Abschluss gab es noch eine überaus freundliche Geste des Referenten, die großen Anklang fand: Alle erhielten eine Kippa, die Kopfbedeckung, welche von jüdischen Männern in der Synagoge und von manchen auch im Alltag getragen wird, als Geschenk aus Jerusalem. Alles in allem: Zwei kurzweilige, informative Schulstunden und eine Begegnung mit einem sympathischen Referenten, dem es gelang, das Besondere seiner Religion und das Verbindende mit dem Christentum sehr verständlich und anschaulich nahezubringen!

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